Alles was wir erleben, sinnlich oder unbewusst wahrnehmen, versucht unser "Kopf", unser Denken einzuordnen, damit wir damit umgehen können.
Erleben wir eine Verletzung - sei es seelisch oder körperlich - fühlen wir Schmerz und unser Kopf registriert das. Er versieht nun alles, was uns an den Schmerz erinnern könnte oder diesen nochmals auslösen könnte mit einem "ACHTUNG GEFAHR"-Schild. Natürlich versucht er das optimal zu lösen und steckt darum das Feld weit ab, stellt seine Soldaten an die Grenzen und diese müssen Meldung machen, sobald eine "feindliche" Bewegung registriert wird. Dies ist anstrengend und energieraubend.
Dieser Schutzmechanismus führt jedoch nicht dazu, dass das Trauma gelöst würde: Im Gegenteil. Durch die Vermeidung aus Angst, bleibt die Wunde unverarztet, eitert weiter und drängt sich immer wieder einmal ins Bewusstsein, sei es in Form von Alpträumen oder plötzlichen "unangepassten" emotionalen Reaktionen im Alltagsleben. Und immer mehr Soldaten müssen die Grenzen bewachen - immer weniger Energie steht zur Verfügung für anderes.
Es ist sehr verständlich, dass Ihr Kopf davor warnt das Trauma zu heilen - die Angst vor einer Reinszenierung, vor dem nochmals zu durchlebenden Schmerz, ist zu gross.
Meine Botschaft an Ihren Kopf: Ein Trauma kann gelöst werden, ohne nochmals den Schmerz wiederholen zu müssen. Ein kurzer Schmerz - so wie wenn ein Pflaster mit einem Ruck weggerissen werden muss - mute ich Ihnen zu - aber niemals den alten, anhaltenden grossen Schmerz (der nicht zuletzt durch die Vermeidung in den Jahren gewachsen ist!)
... und negative Einstellungen
Mit der traumatischen Erfahrung - oder als Folge davon - gehen oft negative Glaubenssätze in Bezug auf die eigene Integrität, Identität und Lebensberechtigung einher.
z.B. "ich bin unwert", "ich habe es nicht verdient", "das schaffe ich nie", "ich habe das Schlimme verdient, ich muss büssen", "ich bin ein Versager, eine Versagerin" usw.
Diese Sätze wirken selbstbestrafend, behindern Vertrauen in sich selbst und ein Weiterschreiten. Sie wirken begrenzend und verfestigen die traumatische Erfahrung. Oftmals äussern sie sich dann in Lebensverneinung, Depression, Krankheit, Sucht oder Wiederholung des Traumas.
Diese meist unbewussten Sätze haben eine grosse Kraft: sie können alle Heilsbemühungen zunichte machen. Darum ist es wichtig, sie zu erkennen und zu wandeln.
Gönnen Sie sich Frieden
Gönnen Sie sich Geborgenheit
Gönnen Sie sich Freude
Gönnen Sie sich Liebe
Gönnen Sie sich Heilung der Wunde
Gönnen Sie sich innere Stärke
Gönnen Sie sich Selbstbewusstsein
Gönnen Sie sich Selbstvertrauen
Gönnen Sie sich .....
was möchten Sie sich gönnen?
Führen Sie die Liste für sich - nur Sie wissen, was Ihnen fehlt!